2 Kommentare
Nun ist es soweit. Die ersten Wespen sind am Start. Eigentlich ja sogar ganz schön spät, haben wir doch schon Ende August. Die Netze haben wir heute am Vormittag gespannt, jedoch nur über die Rebstöcke mit den weißen Trauben.
Wer aufmerksam unserem Blog folgt, dürfte sich jetzt wundern, dass wir überhaupt weisse Trauben haben, für die es sich schon lohnt, ein Netz zu spannen.
Das ist auch für uns schwer zu erklären und wir haben eine Weile gebraucht, um erst einmal für uns selbst dieses Phänomen zu klären.
Wir versuchen es hier jetzt mal so einfach wie möglich zu erklären:
Im ersten Jahr der Pflanzung hatten wir auf Grund diverser Tierangriffe mehrere Rebstöcke ausgetauscht.
Bis zum vorletzten Jahr schnitten wir sämtliche Traubenansätze ab, so dass alle Kraft in den Stamm gehen konnte.
Dadurch konnten wir bis zum letzten Jahr keine Traubenfarbe erkennen.
Im letzten Jahr wurden fast drei komplette Reihen von den Wespen abgefressen. Die abgefressenen Reihen waren die am frühesten reifen weissen Solaristrauben, welche über die Jahre nie ausgetauscht wurden.
Dies sieht man daran, dass genau diese Reben die stärksten Stämme haben.
Die Rebschule hatte uns also doch ursprünglich auch Solaris geliefert, nur waren die jungen Pflanzen nicht richtig etikettiert.
Auch ist der vermeintliche Cabernet Noir nun doch Regent. Wir haben die Blätter geprüft und sie sehen bei beiden roten Rebsorten absolut identisch aus.
Wir haben durch diese ganzen Verwechslungen nun teilweise rote und weisse Rebstöcke innerhalb der einzelnen Reihen.
Dies ist nicht schön, da es die Arbeit im Weinberg erschwert, wie bspw. beim Anbringen der Netze. Die Netze müssen dadurch geschnitten werden, da die weissen Trauben viel weiter sind, als die roten Trauben.
Umpflanzen können wir nun auch nicht mehr, da wir froh sind über alles, was bis jetzt gut angewachsen ist.
Mit jedem Jahr wird der Stamm ja auch stärker und die Wurzeln länger.
Wir nehmen es jetzt wie es ist, aber es stellen sich dadurch wieder neue Herausforderungen.
Die weissen Trauben sind nun gut verpackt. Ganz wespensicher kriegen wir es leider nicht hin, mal sehen was es nützt.
Aber die Trauben auf dem Präsentierteller, haben wir den Wespen auf jeden Fall genommen.





Unsere neuen Schilder an den Stickeln müssen wir nun übrigens auch noch mal austauschen, da die Zeilenbeschriftung ja nun wieder nicht stimmt.
Es bleibt wirklich spannend.
Wir haben das Gefühl, den eigenen Weinberg langsam erst mal selber richtig kennen zu lernen.
Der Regent ist vom Zuckergehalt noch lange nicht so weit, dass er gelesen werden kann, daher brauchen dort auch noch keine Netze drüber gelegt zu werden.
Die Wespen interessieren sich nur für die süssen Solaristrauben.
Die gemessenen Oechsle sind im Durchschnitt beim Solaris bereits bei 70.
Noch ein bisschen Sonne und hoffentlich nicht so viel Regen, dann sind sie bald reif zur Lese.
Leider werden die Netze etwas Sonne schlucken, aber ohne Netze würden halt die Wespen wieder alles wie im Vorjahr abfressen.

Auf dem letzen Bild bin ich zu sehen beim Prüfen der Oechsle.
Nochmal zur Erinnerung, desto höher der Wert, desto besser. Aktuell sind wir zufrieden, aber es braucht noch mehr. Vielleicht reicht ja eine Woche für die noch nötigen Oechsle.
Wir kommen jetzt in eine sehr spannende Phase. Wenn es gut läuft, können wir den Solaris bereits in naher Zukunft lesen.
Aktuell haben wir ca. 35 tragende Rebstöcke Solaris. Drückt mal die Daumen, dass diese es erst einmal ohne Schaden bis zur Lese mit steigendem Oechslewert schaffen.
Kommentare:
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28. August 2021
Also das ist ja eine komplizierte Angelegenheit.Ich drücke ganz doll die Daumen denn ich bin gierig auf euren Wein.Das wird dieses Jahr.Nur nicht schwächeln !
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28. August 2021
Meine Güte, soo viel Arbeit…, und immer noch fröhlich dabei. Für uns ist es schwer, noch “ durchzusehen“ bei den verschiedenen Sorten.
Weiterhin noch frohes Schaffen, immer noch fröhliche Gesichter auf dem Weinberg. Wenn das diesmal nicht gelingt, daß wäre ungerecht! …Wir drücken euch jedenfalls die Daumen. Anita und Bernd
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