10.
Oktober

Um mal den Spannungsbogen nicht zu groß werden zu lassen, vorn weg, aktuell läuft es nach Plan und besser als erwartet.

Ich muss aber erst einmal eine meiner Aussagen vom letzten Beitrag korrigieren. Die Gärung stoppte ja angeblich bei ca. 30 Oechsle. Dies stimmte nicht. Der Zuckergehalt bei der Gärung von Wein kann mit einem Refraktometer nur bis ca. 30 Oechsle abgelesen werden.

Mit einem so genannten Clinitest konnten wir den Restzucker bestimmen. Dieser Restzucker lag bei unserem Weisswein unter o,5g/Liter.

Mit diesem Wert kann ein Wein trocken ausgebaut werden; also doch kein Wein mit wenig Alkohol und halbtrocken; muss ich die Erwartung der Omis enttäuschen.

Mittlerweile haben wir nicht nur Unterstützung per Video mit Julius sondern auch durch einen Hobbywinzer aus dem Havelland, welchen wir über diese Internetseite kennenlernen durften. Dieser Erfahrungsaustausch ist für uns sehr wertvoll und macht natürlich auch Spass.

Mit ihm zusammen haben wir auch die Restsäure von beiden Weinen getestet.

Wir waren völlig aus dem Häuschen, dass die Restsäure unter 10 g je Liter lag, und das sogar bei beiden Weinen.

Mit diesen Werten kann man echt arbeiten.

Beim Weißwein haben wir mit dem biologischen Säureabbau (BSA) begonnen, der uns die Säure nochmal um 1 g je Liter runter gebracht hat.

Ach das ist alles spannend.

Man muss aber auch so aufpassen, das man die richtigen Mengen ins Verhältnis setzt, den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst etwas anzurühren, etwas dazu zu geben, die Hygiene im Keller nicht unterschätzt und Achtung , Achtung, bloss keinen Sauerstoff, bzw. möglichst wenig Sauerstoff an die Weine kommen lassen.

Sensorisch sind wir bei dem Solaris der Meinung, dass wir in unserem Leben so einen Wein in dieser Qualität bereits schon mal getrunken haben.

Er ist in der absoluten Jungweinphase und noch nicht harmonisch, aber da arbeiten wir ja dran.

Die nächsten Schritte sind der BSA des Rose und das spundvolle Abziehen in einen anderen Tank.

Den Solaris werden wir noch mit Wein-Kalk etwas mehr entsäuern und anschliessend schwefeln.

Der Schwefel wird dann extrem wichtig, er schützt den Wein nach dem Abziehen vor unliebsamen Krankheiten, wirkt antimikrobiell, antioxidativ, verhindert weitere Gärungen, erhöht die Lagerfähigkeit und vor allen Dingen bewahrt er die sensorischen Eigenschaften.

Wenn der BSA beim Rosé dann durch ist, werden wir sensorisch und mittels Blaulauge nochmal den Restsäuregehalt messen und entscheiden ob auch er dann noch ein wenig Kalk bekommen soll.

Danach wird auch der Rose abgezogen und geschwefelt.

Hätte mir in der Schule jemand gesagt, dass angewandte Chemie auch Spaß machen kann, ich hätte es nicht geglaubt.

Es kann immer noch eine Menge schief gehen, auch sind wir manchmal mit der Komplexität der Vorgänge etwas überfordert, aber bis hierher sind wir schon mal gekommen und dafür sind wir schon mal dankbar.

 

Kommentare:
  1. Date 14. Oktober 2021
    Author Von:Anja Wendt

    Hallo Ihr Zwei :-),
    ein großes Chapeau! für eure Arbeit und weiter so! Es wird nix schief gehen, ach ja und sehr toller Blog.
    Liebe Grüße sendet euch Anja aus Berlin

  2. Date 10. Oktober 2021
    Author Von:Monika Dorow

    Ja man merkt in eurer Weinherstellung steckt Herzblut.Es ist ja eine wahre Wissenschaft.lch hätte ja tatsächlich lieber halbtrocken – lieblich aber man muss auch gönne können.Also ein Prosit auf die großen Erfolge !!!

  3. Date 10. Oktober 2021
    Author Von:Anita und Bernd

    Da geht nix schief ihr beiden. Bei so einem Eifer und so tollem Wissen, welches ihr euch angeeignet habt- freiwillig – klappt alles . Das wird der beste „Blankenburger Sonnenschein“.
    Freuen uns schon aufs Winzerfest!


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