31.
Dezember

Wer von Euch denkt seit unserem letzten Beitrag im Oktober ist im Keller nichts passiert, der irrt.

Wir haben inzwischen viel gelernt und sind auf einem guten Weg einen trinkbaren Wein zu produzieren.

Unter Anderem haben wir zum Beispiel wöchentlich den Schwefelgehalt beider Gebinde gemessen, welcher immer bei einem Wert von 50-55 mg/l liegen sollte.

Im November waren wir für eine Woche im Urlaub und schwups war der Schwefel auf 30 mg/l runter.

Das war im Nachhinein ganz schön fahrlässig, da der Wein in diesem Bereich nicht mehr ausreichend Schutz vor Krankheiten hat. Wir haben dann nachgeschwefelt und hatten Glück, dass nichts passiert ist.

Auch gehört zu unseren Arbeiten im Keller das mehrmalige Abziehen des Weines in ein anderes Behältnis, um den Wein klar zu bekommen, da wir ja ungefilterten Wein produzieren.

Den Weißwein haben wir lange auf der Vollhefe liegen lassen, was bereits jetzt mit einem leicht fruchtigem Bukett belohnt wird.

Anfang Dezember fielen die Temperaturen dann auf ca. 0 Grad.

Darauf hatten wir gewartet, da jetzt ein weiterer wichtiger Schritt bei der Weinbereitung eingeleitet werden konnte – die Heraustrennung des Weinsteins aus dem Wein.

Julius aus Australien rief auch gleich an und meinte, nun wäre der ideale Zeitpunkt gekommen, um den Wein nach draussen zu bringen, damit sich dort bei den niedrigen Temperaturen der Weinstein im Tank absetzen kann.

Mit Hilfe unseres Nachbarn wurden beide Weingebinde aus dem Keller ins Freie transportiert und dort auf der überdachten Terrasse  abgestellt.

Auf dem oberen Foto sieht man den Weinstein, welcher sich im Tank abgesetzt hat.

Auf diesem zweiten Foto ist der Weinstein zusammengekratzt.

Ist schon besser, wenn man das alles nicht im Glas hat.

Nach der Aktion Weinstein entfernen war vom Weißwein plötzlich das Aroma nicht mehr da. Es lag aber wohl nur an der kalten Trinktemperatur der Probe und kam zum Glück wieder, allerdings hatte ich eine schlaflose Nacht.

Tja und nun liegen die Weine ruhig in den Stahltanks und reift vor sich hin. Wir messen wöchentlich den Schwefel und nehmen sensorische Proben.

Jetzt sind wir langsam auf der Zielgeraden, Ende Februar wollen wir gern die Weine in die Flaschen legen. Sie verändern sich momentan immer noch etwas, werden aber immer runder.

Wir protokollieren jeden Schritt, damit wir anhand unserer Notizen dann im nächsten Jahr wissen, was war gut an welcher Stelle und was war nicht so gut.

Da wir selbst nicht mehr objektiv beurteilen können, ob der Wein anderen Menschen schmecken könnte (Geschmack ist ja doch immer subjektiv), haben wir uns zu Weihnachten entschlossen, erstmalig eine dritte Person jeweils eine Probe kosten zu lassen, welche uns anschließend auch ungeschminkt die Wahrheit bezüglich des momentanen Geschmacks sagen sollte.

Diese Person war unsere Tochter, keine große Weinkennerin, aber ein ganz normaler Konsument. Beide Proben haben ihr überraschend gut geschmeckt.

Ihr glaubt gar nicht wie sehr uns das gefreut hat. Wir sind mittlerweile so sehr mit unserem Herzeblut dabei, dass wir natürlich wollen, dass unsere Weine auch anderen Menschen schmecken und nicht nur uns.

Zur Zeit sind wir mit dem Erwerb der Flaschen, der Korken, dem Verkorker, der Schrumpfkapseln und der Abfüllanlage beschäftigt.

Die Flaschen hatten wir erst in Dänemark bestellt, weil sie dort wesentlich günstiger waren. Da wir aber nur Hobbywinzer sind, musste alles rückabgewickelt werden, da wir kein Gewerbe angemeldet haben und auch somit keine Umsatzsteuernummer haben. Diese wäre jedoch in Dänemark nötig gewesen.

Nun haben wir ganz schicke Flaschen nach langem Suchen in Deutschland gefunden. Lasst euch überraschen. Den Karton könnt ihr schon mal anschauen.

Auch haben wir uns eine Flaschenreinigungsmaschine bestellt, welche für die Flaschenhygiene unabdingbar ist. In der Fachsprache „Abtropfsystem (für bis zu 81 Flaschen) mit rotierendem Flaschenspüler genannt“.

Auf  dem obigen Bild sieht man den Verkorker und rechts dann die Flaschenreinigungsmaschine.

Mit den Etiketten haben wir uns lange beschäftigt, einen Rohentwurf nach Australien gesandt, mit dem Ergebnis:

„…da geht doch noch was, oder?…“

Also haben wir uns professionelle Designerhilfe geholt und zwei wunderbare Logos entwickelt. Diese werden wir euch beim nächsten Blogbeitrag, wenn wir die Flaschen abgefüllt haben, zeigen.

Nun gönnen wir dem Wein bis Ende Februar noch Ruhe bis zur Abfüllung.

Euch da draussen wünschen wir einen entspannten Jahreswechsel 2022, bleibt Ihr und Eure Lieben schön gesund und der Rest wird sich fügen.

Eure Schindlers

 

Kommentare:
  1. Date 01. Januar 2022
    Author Von:Monika Dorow

    Na bitte hat doch diesmal alles gut geklappt.Ihr wart so intensiv in euren Vorbereitungen das musste diesmal einfach Erfolg bringen.Dazu die fachliche Beratung von unserem Julius.Freu mich auch schon auf den ersten Schluck.Supper gemacht!!!


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