27.
Oktober

Ja die Ernte ist eingefahren! Aber natürlich nicht erst jetzt Ende Oktober, sondern bereits am 12.September (der Weißwein) und am 2. Oktober dann der Rosé.



Wir hätten beim Weißwein tatsächlich diesmal Erntehelfer brauchen können.
Wir hatten zwar sehr viele Trauben, in Summe 140kg. Dabei hatten wir noch nicht einmal alle Trauben verwenden können, denn unser Anspruch auf Qualität passte nicht bei jeder Traube. Einen großen Teil der Trauben der nachgepflanzten Hochstammreben, welche erst im 2. Jahr waren, konnten wir noch nicht verwenden.

Auch hatten wir durch die vielen tragenden Frostruten nun die Lernschleife, dass die Pflanze nicht alle schön aussehenden Trauben auch ordentlich versorgen konnte.

Die Folge dessen war nun, dass wir diese Trauben ebenfalls nicht verwenden konnten, sie waren nicht süß genug.
Dann hatten wir auch noch einige pralle Trauben, die so dicht gewachsen waren, dass sie sich schon gegenseitig quetschten. Diese waren mega süß, jedoch mussten wir die abgequetschten Stellen heraus schneiden. Diese Gemengelage führte dazu, dass allein die Lese schon 5 Stunden dauerte. Nicht zu vergessen, dass wir ja auch noch die Netze teilweise aufknüpfen mussten.
Ganz runter ging noch nicht, da die roten Trauben ja noch hängen blieben.

Nach der Lese ging es dann nach Berlin und dann wurde noch am gleichen Tag abgepresst.

Das dauerte dann mit sauber machen bis ca.21 Uhr, in Summe dann ca. 13 Stunden das war schon echt grenzwertig für uns.

Beim Rosé dann war alles wesentlich entspannter.
Wir konnten die Arbeiten auf 3 Tage verteilen.



Am ersten Tag haben wir alle Netze unten geöffnet. Am 2.Tag am Vormittag kamen dann komplett die Netze ab. Erst am Nachmittag wurde gelesen und nach Berlin gefahren mit stolzen 150kg roter Trauben. Am 3.Tag früh haben wir dann mit dem Abquetschen der Trauben mit den Füßen begonnen und uns dann den ganzen Tag entspannt mit dem Pressen beschäftigt.

Leider ist uns tatsächlich wieder der Ballon in der Presse geplatzt.
Zum Glück aber erst ziemlich am Ende und wir hatten vorsorglich Ersatz.


Ach und was uns ja auch noch passiert ist, kann man kaum erzählen…
Beim Weißwein hatten wir beim ersten Abpressvorgang vergessen den Hahn vom Kunststofftank zuzudrehen.
Um es kurz zu beschreiben, oben rein in den Tank und unten lief es wieder raus.
Wir hatten Glück im Unglück. Ich war gerade im Keller und konnte Schlimmeres verhindern. Es waren vielleicht 3 verlorene Liter. Aber die Stimmung drohte kurz zu kippen.

Für unsere 95 Liter Rose (für uns ein neuer Mengenrekord) reichte unser bisher größter Tank nun nicht mehr. Ein größerer Tank musste angeschafft werden.

Beim Weißwein kommen wir auf gute 77 Liter, da sind wir auch sehr happy.

Wir sind nun bis Ende Januar noch im Keller mit dem Pumpen von Tank A nach B und wieder zurück und wieder von vorne, mit dem Messen von Säure, Schwefelgehalt, ist die Gärung durch, ist der Wein schon klar und und und … beschäftigt.

Ich komme mir manchmal vor, wie eine Chemielaborantin.

Auch brauchen wir noch neue Glasflaschen, neue Korken, neue Schrumpfkappen und neue Label. Alles muß für Januar bestellt werden. Darum kümmert sich Dirk, wie auch um
die unliebsamen Pumparbeiten mit den entsprechenden sich anschließenden umfassenden Säuberungsarbeiten.
Da bin ich schon echt froh drüber.

Also um es mal abzuschließen, können wir Stand heute sagen, wir sind sehr zufrieden mit der Menge aber auch mit der aktuellen Qualität der Weine. Der Weißwein hat bereits eine längere Standzeit hinter sich und macht sensorisch bereits einen sehr guten Eindruck. Auch der Rosé entwickelt sich bereits genau da hin, wo wir ihn haben wollen.

Es war viel Arbeit im letzen Jahr, wie bspw. die Verlegung der Bewässerung. Auch haben wir vieles akribischer gemacht, einfach allein der Tatsache geschuldet, dass wir nun berufsbedingt ja mehr Zeit für unser wunderbares gemeinsames Projekt haben.

Drückt uns weiterhin die Daumen, dass nun im Keller bis zur Flaschenabfüllung alles ruhig verläuft.

Eure Hobbywinzer
Dirk und Sabine

Kommentare:
  1. Date 27. Oktober 2025
    Author Von:Oma Moni

    Wie sagt man, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Doch ihr habt es trotz der kleinen Pannen gut gepackt. Schön, dass ihr immer die Ruhe bewahrt. Das Ergebnis lässt sich hören und da kann man nur sagen, Prost auf die neue Ernte von der ich mir auch ein Schlückchen erhoffe
    Eure Mama

  2. Date 27. Oktober 2025
    Author Von:Netti

    Ihr fleißigen Bienchen.

  3. Date 27. Oktober 2025
    Author Von:Christian Meyer

    Das klingt ja wieder aufregend, spannend, nervenaufreibend, fleißig, hitzig und später hoffentlich sehr lecker. 🍇🍷

  4. Date 27. Oktober 2025
    Author Von:Anita

    Alle Daumen für euch gedrückt.
    Wünschen keine weiteren Pannen und hoffen auf einige Flaschen Wein!


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